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Thursday, April 3, 2025

VDR und IATA verurteilen Erhöhung der deutschen Luftverkehrssteuer

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Die Kosten für Flugreisen in Deutschland werden voraussichtlich steigen, nachdem die von der Bundesregierung vorgeschlagene Erhöhung der Fluggastabgaben um 20 Prozent am 1. Mai in Kraft getreten ist. Die Steuererhöhung wird auf Passagiere erhoben, die von deutschen Flughäfen abfliegen, wobei der Satz von der Flugstrecke abhängt. Kurzstreckenflüge werden beispielsweise eine Gebühr von 15,53 Euro pro Passagier anstelle von 12,48 Euro sehen. Mittelstreckenflüge werden nun Abgaben von 39,34 Euro pro Passagier statt 32,25 Euro nach sich ziehen, während Langstreckenflüge, einschließlich transatlantischer Dienste, die Steuer um fast 14 Euro auf 70,83 Euro erhöhen werden, anstatt 56,91 Euro. Die internationale Luftverkehrsvereinigung IATA hat den Schritt entschieden kritisiert, indem sie angibt, dass die Erhöhung nicht nur die deutsche Wirtschaft “schwächen”, sondern auch die Fähigkeit der Luftfahrt, zu dekarbonisieren, “schädigen” werde. Der Direktor der IATA, Willie Walsh, betonte, dass diese Politik einen Wettbewerbsnachteil für Deutschland schaffe, wenn die wirtschaftliche Leistung des Landes bereits schwach sei, und forderte stattdessen Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsposition und zur Förderung von Handel und Reisen.

Der deutsche Reiseeinkäuferverband VDR hat ebenfalls die Steuererhöhung verurteilt und als Teil eines “ständig steigenden Trends” bezeichnet, der “korrigiert werden muss”. Laut VDR-Präsident Christoph Carnier bedeutet dies, dass Flüge von und nach Deutschland teuer werden. Bei weiteren Erhöhungen der Abgaben laufe Deutschland langfristig Gefahr, auf der Strecke zu bleiben, warnt Carnier. Einige EU-Mitgliedsstaaten erheben derzeit eine Steuer auf Flugtickets, aber die Steuer in Deutschland gehört zu den höchsten, so die deutsche Wirtschaftszeitung Handelsblatt. Die IATA glaubt, dass die deutschen Steuererhöhungen es für Fluggesellschaften schwieriger machen werden, in nachhaltige Flugkraftstoffe und andere Dekarbonisierungsbemühungen zu investieren. Carnier warnt auch davor, dass die intermodalen Dienste des Landes “den Mangel an Mittelstreckenrouten derzeit nicht ausgleichen können”, wenn Reisende umweltfreundlichere Reisealternativen wie die Bahn suchen. Letztendlich fördern die Preiserhöhungen auch nicht die Umwelt, da Menschen, die fliegen möchten und müssen, zunehmend Flüge in Nachbarländern antreten und über ausländische Drehkreuze fliegen werden, um billigere Ticketpreise zu erhalten.

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