Die deutsche Regierung wird voraussichtlich am Mittwoch ihre neuesten Wachstumsprognosen anheben, da Europas krisengeplagte Top-Wirtschaft zögerliche Anzeichen zeigt, dass sie endlich die Kurve bekommt. Verbesserungen in Schlüsselindikatoren, angefangen von der Industrieproduktion bis hin zur Geschäftstätigkeit in den letzten Monaten, deuten darauf hin, dass eine erhoffte Erholung langsam in Gang kommt. Obwohl die deutsche Wirtschaft im letzten Jahr leicht geschrumpft ist, durch steigende Inflation, eine Verlangsamung der Produktion und Schwächen bei Handelspartnern, hat sie als ein Hauptbelastungsfaktor in der 20-Nationen-Eurozone gewirkt.
Ursprüngliche Hoffnungen auf ein starkes Wiedererstarken in diesem Jahr wurden reduziert, als die Wirtschaft ins Stocken geriet, und Berlin im Februar seine Wachstumsprognose auf nur 0,2 Prozent senkte. Der Internationale Währungsfonds zog letzte Woche nach und erwartet nun die gleiche Zahl. Aber verbesserte Anzeichen haben die Hoffnung genährt, dass die schwächelnde Wirtschaft – wenn auch nicht im Begriff ist, in einen Sprint überzugehen – zumindest wieder auf die Beine kommt. Am Mittwoch zeigte eine viel beachtete Umfrage des Ifo-Instituts, dass die Geschäftsstimmung im April zum dritten Mal in Folge gestiegen ist und stärker als erwartet. Der Volkswirt von ING, Carsten Brzeski, sagte, die Umfrage deute auf “die Rückkehr des Optimismus” hin und “stärke die Ansicht, dass die deutsche Wirtschaft den Tiefpunkt hinter sich gelassen hat”.
Allerdings bedeuten geringfügige Verbesserungen in den Indikatoren nicht, dass die Regierung große Änderungen an ihren Prognosen vornehmen wird, da Analysten immer noch ein schwaches Wachstum in diesem Jahr erwarten. Minister für Wirtschaft Robert Habeck wird die neuen Prognosen um 14:15 Uhr vorstellen. Ein bumpy Pfad bleibt jedoch für die deutschen Wirtschaftsaussichten trotz der beginnenden Verbesserung weiterhin für einige absehbar. Ein “weitreichender Aufschwung ist noch nicht garantiert”, so die Bundesbank in ihrem neuesten Monatsbericht.