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Sunday, April 6, 2025

Die deutsche Rechte verstärkt Bemühungen, Schulen zu untergraben.

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Selbst vor der COVID-19-Pandemie zogen unabhängige Schulen in Deutschland, insbesondere die Waldorfschulen, auch bekannt als Steinerschulen, Rechtsextreme, Verschwörungstheoretiker und Impfgegner an. Berichte über COVID-19-Skepsis in Verbindung mit rechtsextremen Verschwörungstheorien an Waldorfschulen scheinen in den letzten zwei Jahren zuzunehmen. Einige COVID-19-Leugner versuchten sogar, ihre eigenen Schulen zu gründen, um ihre Kinder dem Einfluss der Regierung zu entziehen. Welche rechtsextremen Gruppen waren treibende Kraft hinter diesen Entwicklungen, und was haben die Behörden dagegen unternommen?

Bereits im Februar 2020 besuchten etwa 90.000 Schüler die 254 staatlich anerkannten Waldorfschulen in Deutschland, deren Lehrpläne aus einer anthroposophischen Weltanschauung stammen. Die Waldorfpädagogik, die vom österreichischen Spiritisten Rudolf Steiner im frühen 20. Jahrhundert entwickelt wurde, basiert laut der Anthroposophischen Gesellschaft auf der Ermutigung, “Wege zu erkennen und die übersinnlich-spirituelle Welt, die in der sinnlich-materiellen Welt existiert, zu erforschen.” Dieses “geistige Wissenschaft” betrachtet sich als neuer Ansatz für ein tieferes und umfassenderes Wissen über Natur und Mensch.

Die Struktur der Selbstverwaltung der unabhängigen Schulen macht sie anfällig für die Infiltration durch rechtsextreme Akteure und Verschwörungstheoretiker. Die anthroposophische Neigung zu Verschwörungstheorien, die aus Steiners ursprünglichen Lehren stammt, verschärft nach Ansicht von Ansgar Martins, einem Religionswissenschaftler an der Universität Frankfurt, diese strukturelle Schwachstelle. Steiner vertrat eine rassistische Weltanschauung und diskriminierende Ansichten gegenüber schwarzen und jüdischen Menschen. Trotz einer Verurteilung dieser Ansichten durch den Verband der freien Waldorfschulen haben sie rechtsextreme Verschwörungstheoretiker, selbst vor der Pandemie, angezogen.

Die Waldorfschulen sind jedoch nicht isoliert von diesen Problemen. Ein Lehrer in der Stadt Minden unterrichtete 20 Jahre lang an einer Waldorfschule, bevor seine Verbindungen zu ethnonationalistischen rechtsextremen Gruppen bekannt wurden. In einer Schule in Freiburg wurden über 50 gefälschte ärztliche Atteste entdeckt, die Schüler und Lehrer von der Maskenpflicht befreiten. Darüber hinaus haben Eltern und Lehrer eigene Lerninitiativen und Schulen gegründet, die vom Reichsbürger und Anastasia-Bewegung beeinflusst sind und politische Affinitäten zu farbigen rechtsextremen Bewegungen aufzeigen. Trotz behördlicher Maßnahmen bleibt die Reaktion der deutschen Politiker auf diese Probleme zurückhaltend, obwohl der Rechtsextremismus in Deutschland in den letzten Jahren politisch an Bedeutung gewonnen hat. Es bleibt abzuwarten, ob die neue Regierung unter der Leitung von Olaf Scholz dieses Problem ernsthaft angehen wird.

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