Ein Impuls breitet sich im (abgebildeten) Raum aus. Linien scheinen von hörbaren Qualitäten bewohnt zu sein. In seinen neuesten Werken verwebt der irische Künstler Mark Francis (*1962) visuelle Eindrücke mit einer akustischen Erfahrung des Raumes. Vom 12. November 2021 bis zum 29. Januar 2022 präsentiert Bernhard Knaus Fine Art stolz Francis’ neueste Arbeiten in seiner ersten Einzelausstellung in Deutschland seit zehn Jahren. Reverb beschreibt eine akustische Abweichung, ein Widerhall. Fortschreitend von seinem Interesse an Mikrobiologie und Zellstrukturen, das in seinen früheren Werken offensichtlich war, erforscht Mark Francis jetzt Wege, Erinnerungen zu visualisieren, die an Klangmuster erinnern. Inhaltlich hat sich der Fokus des Künstlers in den letzten dreißig Jahren verschoben, aber was unverändert bleibt und in seinen bisherigen Werken deutlich wird, ist eine Faszination für die Wissenschaft.
In Francis’ Werken scheinen klare Linien von höheren Kräften aufgelöst zu werden. Bewegung und Destabilisierung spielen eine entscheidende Rolle in seinen Gemälden verschiedener Größen. Trotz des Zitterns bleibt eine gewisse Ordnung bestehen, aber ähnlich wie ein Echo kann man nur die Idee einer konkreten Struktur verfolgen, bevor sie weitergezogen ist. Die wahre Konstante in Mark Francis’ Arbeit ist daher der Prozess – ein Aspekt, der besonders in seiner Nass-in-Nass-Technik reflektiert wird. Das Ergebnis sind Kunstwerke mit akustisch ansprechenden Titeln wie Trembler (2021) oder Sequential Beat (2021). Sie legen eine Verbindung zwischen Form, Farbe und Klang nahe, ohne dabei vollständig bestimmte Formen anzunehmen.
Anstatt dessen schafft Mark Francis einen Dialog mit dem Betrachter, um das Unterbewusste greifbar zu machen. Francis bezeichnet seine künstlerische Praxis als “Mapping”. Hypothetische Gitter bilden die Basis seiner Gemälde und Papierarbeiten, in denen sie ein Eigenleben entwickeln. Ihr farbenfrohes Erscheinungsbild erzeugt eine einzigartige Tonalität. Konnotationen mit visuellen Darstellungen elektronischer Klanglandschaften werden in eine imaginative Wissenschaft übersetzt, die gleichermaßen aus Chaos und Ordnung, Konkretion und Abstraktion sowie digitalen und organischen momentanen Momentaufnahmen besteht.
Die Energien dieser scheinbaren Gegensätze kommen in Mark Francis’ Netzwerken zusammen und synchronisieren sich über auditive sensorische Eindrücke. Elektronische Wellen fließen in den gemalten Pinselstrich, der je nach seiner Farbe die gleichen Gefühle hervorruft wie EDM oder an Punkmusik erinnern kann. Trotzdem widerstehen Mark Francis’ Werke festen Klassifikationen und wollen in völlig unerwarteten Nuancen gehört werden. Ähnlich wie bei der Wahrnehmung von Musik kommt es auf individuelle sinnliche Erfahrungen an, die sich gegen Kompositionserklärungen und Bedeutungsansprüche wehren, ganz im Sinne von Francis’ Aussage “Das einzige, worüber ich mir Sorgen mache, ist, zu viel zu wissen”.
Mark Francis lebt und arbeitet in London. Er wird von Bernhard Knaus Fine Art in Frankfurt, Galeria Pelaires in Palma de Mallorca, Kerlin Gallery in Dublin und Luca Tommasi Arte Contemporana in Mailand vertreten. Seine jüngsten Einzelausstellungen fanden in Mailand, Dublin und Helsinki statt. Francis’ Werke sind in zahlreichen Sammlungen vertreten, darunter die Sammlung Deutsche Bank, Tate Gallery, London oder das Metropolitan Museum of Art, New York City. Pressemitteilung mit freundlicher Genehmigung von Bernhard Knaus Fine Art.