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Thursday, April 3, 2025

Museum für moderne elektronische Musik in Frankfurt steht wegen mangelnder Vielfalt und Repräsentation in der Kritik

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Das Museum für moderne elektronische Musik in Frankfurt sieht sich Kritik aufgrund angeblichen Mangels an Vielfalt und der Missrepräsentation der schwarzen Wurzeln des Techno ausgesetzt. Die Organisation female:pressure, ein globales Netzwerk von Frauen, nicht-binären, transgender und genderfluiden Künstler*innen, hat einen offenen Brief an den Bürgermeister von Frankfurt, Peter Feldmann, und Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig geschrieben, in dem sie direkt darauf hinweisen, dass “die vielfältigen Leistungen von Frauen und nicht-binären Künstler*innen in der Geschichte der elektronischen Musik im Museum ignoriert werden”. Der Brief wurde am 6. April veröffentlicht, dem Tag, an dem das MOMEM nach zahlreichen Verzögerungen endlich eröffnet wurde.

Der Brief kritisiert insbesondere die männliche Dominanz bei der Eröffnungsveranstaltung des MOMEM sowie im Leitungsteam des Museums. Auch die Darstellung der schwarzen Ursprünge des Techno wird angeprangert, da diese nicht angemessen berücksichtigt werden. Die Organisation Make Techno Black Again und dweller werden als Korrekturpunkte für diese Verzerrungen genannt. Zudem wird auf der MOMEM-Website der Anspruch “First Things First: Black Music Matters” kritisiert, da die eigentlichen Protagonisten im MOMEM in erster Linie weiß seien.

Ein Sprecher von female:pressure sagte gegenüber Resident Advisor, dass das MOMEM die im offenen Brief genannten Probleme angehen und seine Verantwortung als Förderer von Kultur wahrnehmen müsse, indem es die Leistungen von Frauen, nicht-binären, schwarzen und lateinamerikanischen Künstler*innen in die Geschichte der elektronischen Musik mit Parität und historischer Genauigkeit integriere. Pläne für den Bau des MOMEM wurden erstmals 2015 angekündigt und das Museum wurde 2018 zunächst im Pop-up-Format erprobt. Die Leitung des Museums liegt bei Alex Azary.

female:pressure wurde 1998 von Electric Indigo gegründet und ist eine Online-Datenbank und ein Netzwerk von Künstler*innen und Kulturschaffenden, die im Bereich der elektronischen Musik und digitalen Kunst tätig sind. Das Netzwerk umfasst über 2800 DJs, Musiker*innen, Komponist*innen, bildende Künstler*innen sowie Booker, Veranstalter, Journalisten und Forscher aus 85 Ländern. DJ Mag hat das MOMEM um eine Stellungnahme gebeten.

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